| Im Laufe der mehreren Jahrhunderte
schuf das ukrainische Volk seine Geschichte und Kultur. Erste Spuren
menschlicher Besiedlung in der Ukraine
tauchen in der Jungsteinzeit auf. Das sind Kulturen, die auf Jagd
und Fischfang basiert haben. Am bekanntesten ist die Tripillya-Kultur,
die eine große Rolle in Bildung der Urgesellschaft auf dem Territorium
der Ukraine gespielt hat.
Dieses alte Land bewährte die Spuren der mehreren Kulturen. Skythen,
Sarmaten, Goten, griechische Fürstentümer trugen zur kulturellen
Bereicherung der Nachbarstämme (darunter die Slawen) bei.
Seit 24. August, 1991, wenn die Urkunde über
die Unabhängigkeit der Ukraine vom Sowjetunion offiziell
bestätigt wurde, ist die Ukraine ein unabhängiger Staat, der im
Osten von Europa liegt. Die Gesamtfläche beträgt 603 700 qkm. Die
längste Ausdehnung ist von Westen nach Osten - 1300 km, von Norden
nach Süden - 900 km.
Im Norden grenzt die Ukraine an Weißrußland,
Polen, Slowakei; im Südwesten an Ungarn, Rumänien, Moldowa. Das
geographische Zentrum von Europa befindet sich in der Ukraine,
nicht weit von der Stadt Rachow in Transkarpatien. Die Ukraine wird
von zwei Meeren umspült: vom Schwarzen Meer und vom Asowschen Meer.
Die Natur der Ukraine ist schön
und eigenartig. 14% des Territoriums des Landes sind mit Wald bedeckt.
Über 70000 Flüsse durchfließen die Ukraine; Es gibt über 3000 natürliche
Seen und 22000 künstliche Wasserbecken. Der ukrainische Erdboden
ist reich an Mineralquellen und Heilschlammen, die mehrere Erkrankungen
behandeln. In der Ukraine gibt es 5 nationale Naturparks, 15 staatliche
Naturschutzgebiete und zahlreiche Dendroparks und Schutzgebiete.
Es gibt viele Naturdenkmäler in Transkarpatien, Krim, Polessja.
Klima. Die Ukraine ist geprägt
von gemäßigtem Kontinentalklima; die Südküste der Halbinsel Krim
weist subtropisches Klima auf. Der Sommer ist gewöhnlich warm und
trocken, der Winter ist mild und feucht. Die Durchschnittstemperatur
beträgt im Januar -7 Grad Celsius im Juli +19 Grad Celsius.
Die Bevölkerung der Ukraine zählt
rund 50,5 Mln Einwohner. Neben den Ukrainern, die 80% der Gesamtbevölkerung
stellen, gibt es die Russen, Weißrussen, Juden, Polen, Ungarn, Moldauer,
Rumänen, Bulgaren, Deutscher und andere Nationalitäten. Die Ukraine
besteht aus 24 Gebieten und der Autonomen Republik Krim. Die Ukraine
zählt 447 Städte und 28800 Dörfer. Zu den größten Städten gehören
Kiew (etwa 3 Mln. Einwohner), Charkow, Dnepropetrowsk, Saporoshje,
Donezk, Odessa (über 1 Mln. Einwohner).
Die Ukrainer
sind durch ihren Humor, Gastfreiheit, Freundlichkeit und natürlich
durch ihre Heiterkeit berühmt. Sie ehren die Traditionen, hochachten
die Älteren, lieben Natur und Tiere.
Religion. Das orthodoxe Christentum
ist die Konfession der meisten Ukrainer, aber auch andere Konfessionen
sind vertreten (Protestanten, Katholiken und Moslems).
Ukrainian cuisine Ukrainische
Küche ist dicht mit den Gewohnheiten, mit der Kultur und Lebensweise
des ukrainischen Folks verbunden. Sie ist durch ihre Verschiedenartigkeit
und Qualität des Geschmacks berühmt. Die am meisten verbreitete
ukrainische Mahlzeit ist "Borstsch". Diese dicke
und kötliche Suppe wird von einer Vielfalt von Zutaten zubereitet
und zwar von Fleisch, Beten, Karotte, Zwiebel, Bohnen, Tomaten,
Paprika bis einschließen Pflaumen. Pilzsuppen, Bohnen- und Erbse-Suppen,
Suppen mit Mehlklößen sind auch populär.
"Holubtsi" oder gefüllter
Kohl, ist eine andere Lieblingsmahlzeit wie "Varenyky"
(pierogis), die mit Kartoffeln, Fleisch, Käse, Sauerkraut oder mit
Früchten wie Heidelbeeren oder Kirschen gefüllt sind. Varenyky werden
oft in Volksliedern erwähnt.
Ukrainische Wurst ist auch sehr schmackhaft. Es wird
auf eine spezielle Weise - in geschmolzenem Fett in Porzellan-Gefäßen
- geschmort.
Geistige Getränke sind sehr verbreitet. Das Nationalgetränk
ist Wodka, auf Ukrainisch Horilka (klare Destillation des Weizens
oder manchmal Roggens). Das Wort stammt von voda (Wasser) und wird
grob als 'ein kleiner Tropfen' übersetzt. Das verbindliche
Essen zum Vodka ist "Salo" - Speck. Ukrainer
schätzen ihn so hoch wie die Französen vergotten den Wein. Im Sommer
wird meist Kwaß oder hausgemachter Wein getrunken.
Wenn Sie in Kiew kurzfristig aufenthalten, sollen
Sie unbedingt die berühmte ukrainische Spezialität "Kotleta
po-kiewsky" (Typ des Hühnerbulettes) kosten.
Aber selbstverständlich hat jedes Gebiet der Ukraine
seine eigenen Rezepte und Traditionen.
Wirtschaft. Die Ukraine ist der industrielle
und landschaftliche Staat. Sie verfügt über vielfältige und reichhaltige
Vorkommen an Bodenschätzen. Dazu zählen die Vorkommen von Mangan-,
Bauxit-, Nickel-, Eisen- und Chromerzen, Kohlebestände und Uranreserven.
Die Industriezweige Hütten-, Nahrungsmittel-, Maschinenbau-, Textil-,
Energieindustrie sind besonders hochentwickelt. Kiew, Charkow, Donezk,
Dnepropetrowsk, Saporoshje, Kriwoi Rog sind die führenden Zentren
der Ukraine.
Zu den wichtigsten Agrarerzeugnissen des Landes zählen
Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais. Die Gesamtfläche beträgt
32 Mln ha.
Die Ukraine verfügt über eine Reihe von Seehäfen am Schwarzen Meer
und Asowschen Meer, die den Außenhandel dienen. Umschlagsorte sind
Odessa, Cherson, Mariupol und Kertsch.
Die Währung
in der Ukraine ist Ukrainische Hryvna, Kleingeld ist Kopeke (1 Griwna,
UAH = 100 Kopeken = etwa 0,2 €).
Der Hauptbestandteil des Staatswappens
- ein Dreizack ist das Zeichen des Fürstenstaates Wladimirs des
Großen. Es bezeichnet die Macht.
Die ukrainischeFlagge
ist blau-gelb. Diese Farben sind nicht zufällig,weil ihre Bezeichnungen-
Feuer und Wasser- wichtigste Naturkräfte sind.
Die Hauptstadt der Ukraine ist Kiew.
Einer Überlieferung nach war dieses Land durch den Herrn Gott gesegnet.
In einer Legende hieß es, daß im 1. Jh. n. Chr. der Apostel Andreas
(Andrij Pervosvannyi) auf dem Weg nach Rom die Kiewer Berge bestieg,
hier ein Kreuz aufstellte und prophezeite, daß «hier die Gottesgnade
erstrahlt und eine große Stadt entsteht».
Die Frage, wann und auf welche Weise Kiew entstanden
ist, bewegt die Forscher seit jeher. «Die Erzählung von den
vergangenen Jahren» (1113) berichtet über die Gründung der
Stadt durch die Polianen Stammes-Fürsten die Brüder Kyi, Schtschek,
Horyv und ihre Schwester Lybid. Nach dem ältesten Bruder Kyi benannten
sie die Stadt Kiew. Diese Erzählung ist aber in einem zeitlich nicht
bestimmten Teil der Chronik aufgeführt. Die Ausgrabungen zeigen,
daß die Menschen die außerordentliche Natur und geographische Lage
und die topographische Bedingungen des Territoriums von Kiew erst
seit Spätpaleolithikum nutzten. Eine Sensation erregten die Ergebnisse
der Ausgrabungen aus den 70er Jahren des 20. Jh. auf dem AltKiewberg
(Starokylvska Gora), wo ein seltsames uraltes Wohn- und Wirtschaftshaus
und auch Überreste einer befestigten Siedlung (Ende des 5. und Anfang
des 6. Jh. n. Chr.), die angesehen als «Kyis Städtchen», entdeckt
wurden.
Infolge dieser Entdeckung konnte Kiew im Mai 1982
sein 1500 Jahriges Bestehen feiern, obwohl viele Gelehrte der Meinung
sind, daß Kiew viel älter sei.
Das moderne Kiew erstreckt sich längs des malerischen
Dnipro in einer Nordsüdausdehnung von 42 km, einer Ostwestausdehnung
von 35 km auf einer Gesamtfläche von ca. 820 Quadratkilometern.
Die mit Wald und Park bedeckte Fläche innerhalb der Stadt umfaßt
ca. 367 Quadratkilometer. Etwa 40 Quadratkilometer beträgt die gesamte
Wasserfläche innerhalb der Stadt. Außer dem Dnipro gibt es auf dem
Territorium Kiews zahlreiche Seen.
Die reizvollen architektonischen Ensembles Kiews fügen
sich vortrefflich in die wunderschöne Landschaft ein und prägen
trotz aller Verluste ein unverwechselbares Bild der historischen
Stadt als ganzes.
Kiew ist z. Z. in 14 Stadtbezirke gegliedert, deren
Bevölkerung etwa 3 Mio zählt.
Stolz ist die Stadt auf ihr kulturgeschichtliches Erbe.
Das sind über dreitausend archäologische, städtebauliche Denkmäler
sowie die der monumentalen Kunst. Diese wertvollen Zeugen der Geschichte
sind aus dem Leben der Kiewer Bürger nicht wegzudenken. Von ganz
neuem Verstand der Volkstradition und Voksvergangenheit zeugt der
Wiederbau der ältesten Heiligtümer, die zur Zeiten der Sowjetunion
vernichtet wurden, z. B. Michaels-Goldkuppel-Klöster (Mychailivskyi
Solotoverhyl Monastyr) und die Darstellungs-Kathedrale der Kiewo-Petschersky
Lawra, Maria-Darstellungskirche (Pirogostschy), die Rückgabe an
die Gläubigen ihrer alten Gebäude und neue Klösterbauten, so auch
in den Neubezirken.
Reizvolles, wunderschönes Panorama bietet sich dem Besucher,
wenn er auf dicht bewaldete steile Dnipro-Hänge mit glühenden Kuppeln
der alten Klösteranlagen und Kirchen hinunterschaut.
Kiew bezaubert jeden, der den uralten Kiewer
Boden betritt, die alten Kathedralen besucht, die Berge besteigt,
die alten Gassen mit blühenden Kastanienbäumen, die das Symbol der
Stadt sind, durchstreift und den Pulsschlag der uralten Hauptstadt
der Ukraine spürt.
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