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Die Verbreitung der Steinbauten in Kyiv beginnt im 10 Jh. unter dem Großfürsten Volodymyr Sviatoslavytsch. Zu dieser Zeit wurde Kyiv zur Festungsstadt mit Fürsten- und Bojaren-Palästen und gewaltigen Festungsbauten. Die erste monumentale Steinkirche war die Zehntkirche (Desiatynna Tzerkwa), auch bekannt als Gottesmutter-Kirche aus den Jahren 989 bis 996. Der Großfürst nahm der Kirche das Zehntel ihres Vermögens und so entstand der zweite mehr verbreitete Kirchenname. Die erste Steinkirche wurde reich mit Fresken, Mosaiken, bunten Schmelzplatten und Marmor dekoriert. Dieser Steinbau beeinflußte stark den weiteren Entwicklungsweg der altrussischen Baukunst. Fundamente dieser 1240 von Tatarenhorden vollständig zerstörten Bauten kann man am Altkyivberg besichtigen. Eine neue Etappe in der Architektur der Stadt beginnt unter Jaroslaw dem Weisen in der ersten Hälfte des 11.

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Jh. Damals entwickelte sich in Kyiv eine intensive Steinbautätigkeit, es wurde das neue Stadtzentrum errichtet, die «Jaroslavstadt» bekam neue mächtige Erdwälle mit Toren, von der bis heute nur die Sophienkathedrale und die Ruine des Goldenen Tors, der Haupteinfahrt des uralten Kyivs, über dem 1982 das Goldene Tor in seiner ursprünglichen Gestalt erstand, sich erhalten hatten.

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1748/49 errichtete der bekannte Meister des Barockbaus Grygorovitsch-Barskyi die «Felicial» Fontäne als eine Rotunde, die von Skulpturen und Sonnenuhr dekoriert wurde. Der Springbrunnen, der damals auch als Mittelpunkt der Stadtwasserleitung diente, erhielt im 19. Jh. die Skulpturgruppe «Samson bakämpft den Löwen»», die eine alte Engelskulptur ersetzt hat.

Seit dem Ende des 18. Jh. war es von der Zarenmacht verboten, im ukrainischen Stil zu bauen. Aus der Hauptstadt kamen Typenprojekte und der Klassizismus mit seiner Regelmäßigkeit, exakte Logik setzte sich durch. Zu Beginn des 19. Jh. wurden neue Stadtlandschaften gebaut. Die heutige Planung Kyivs sowie Neuplanung des Stadtzentrums nach dem Brandschäden 1811 wurde nach dem Entwurf vom Gäste im wesentlichen vom Chefarchitekten der Stadt Melenskyi im neoklassizistischen Stil bestimmt.

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Die Nachfolger des neuen Stils waren die Architekten Stansani, Sparro, Vater und Sohn Beretti. Die letzteren schufen in den Jahren 1837/43 die Kyiver St. Volodymyr-Universität in Form eines Vierecks mit dem großen Innenhof und dem ausdrucksvollen monumentalen Haupteingang. Die zweite Hälfte des 19. Jh. brachte eine neue eklektische Bautätigkeit mit sich. Meist wurden damals die Formen längst vergangener Zeiten verwendet. Click to view the new image

Man benutzte so verschiedene Stilelemente wie Neogotik, Neobarock, Neoklassizismus, Neorussischen Stil usw. Darum nennt man es auch historische Baukunst. Wir verdanken dieser Periode viele hervorragende Bauten von großem künstlerischem Wert, z.B. Kommerzversammlung (heutige Nationalphilharmonie). Zu Beginn des 20. Jh. erhalten fast alle Gebäude in den zentralen Straßen Kyivs hatten die Züge dieses Baustils.

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Ein nicht weniger bemerkenswertes Gebäude in Form der venezianischen Gotik ist die Nationalbank der Ukraine. Erbaut zu Anfang des 20. Jh. nach dem Entwurf der Architekten Kobeliev und Verbytzkyi unter Mitwirkung der Bildhauern Sala und Sokolov, wurde es 1934 aufgestockt (die Architekten Kobeliev und Rykov), wobei die Baumerkmale des Historismus der beiden Stockwerke erhalten sind.

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Ein sehr großes bedeutsames Architekturerbe vermachte uns auch der Stil der Moderne mit der dominierenden Kyiver Schule, dem wir viele hinreißende baukunstlerische Meisterwerke verdanken. Eines der hervorragendsten Beispiele dieser Periode ist das eigene Haus des Architekten Gorodetzkyi (Bankova Straße 10), das sog. «Haus mit den Chimären» (1901/03). Das am Abhang stehende Mietshaus ist reich mit Tierdarstellungen, mythologischen Gestalten und Jagdattributen geschmückt. Die bildhauerliche Formgebung aus Zement, was damals neu und progressiv war, fertigte Sala aus. Das prachtvolle Interieur des Gebäudes entspricht seinem Exterieur.

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Die Züge des Rationalismus weist auch der letzte Bau der Moderne in Kyiv - «Bessarabskyi»-Markthalle (1910/12 von Gai, die Bildhauer Teremetz und Rudenko) auf.

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1853 wurde ein Denkmal für den Taufer der Kyiver Rus, den Großfürst Volodymyr, an einem Absatz des zu derselben Zeit angelegten Parks «Volodymyr Hügel» (Volodymyrska girka) errichtet. Seine Schöpfer sind die Bildhauer Demut-Malynovskyi und Klodt und der Architekt Ton. Ein 4,5 m hohes Bronzestandbild des Fürsten ruht auf einem 16m hohem gußeisernen Oktaeder in Form einer pseudo-bysantinischen Kapelle. Der Großfürst Volodymyr mit einem Fürstengewand, halt in der rechten Hand ein großes Kreuz und in der linken eine Großfürstenmütze, den Blick zum Dnipro gerichtet, wo an der Mündung des Dnipro-Nebenflußes Potschaina auf sein Geheiß die Kyiver getauft wurden.

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Die Drahtseilbahn am Volodymyr-Abhang wurde 1905 von der Belgischen Gesellschaft für Elektrizität nach dem Entwurf der Ingenieure Piatnytzkyi und Barischnykov gebaut. 1984 wurde sie rekonstruiert und erneuert. Die Gesamtlänge der doppelten Drahtseilbahn betragt rund 200 m.



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Die bildhauensche Geschichte der Stadt ist von Andreas-Abhang (Usvis), der uralten Straße Kyivs, ablesbar. Die gewundene Abhangstraße vom Altkylvberg zu Podil mit ihren architektonischen Dominanten der Andreaskirche (18. Jh.) und dem sogenannten «Schloss von Richard Lowenherz» (Anfang des 20. Jh.), mit den gemütlichen Villen aus der Jahrhundertwende und dem berühmten «Turbiny-Haus» von Bulgakov gilt als heimliches Kunstzentrum Kyivs. Die Straße bietet mit ihren Museen, Galerien, Salons, Ausstellungshallen und Theatern ein buntes Bild, das einen alljährlichen Höhepunkt während des Volksfestes «der Tag Kyivs» findet.

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An diesem Tag sieht sie wie ein Kunstmuseum unter freiem Himmel aus, voll von Freude, Fantasie und Talenten.

Stadtbezierk Lypky ist ein historisches Gelände, wo sich damals verschiedene Banken, Villen von Kyiver Aristokraten, Kaufleuten und Industriellen, Zivil- und Militärinstitutionen konzentrierten. Die adlige Charakter des neuen Stadtteils spiegelte sich auch in der eleganten Architektur der Schlösser und Villen aus dem 18. und zu Beginn des 20. Jh. Zu der Zeit wurde Lypky als ein neues Verwaltungszentrum der Stadt gebaut.

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Seitdem die Hauptstadt 1934 von Charkiv nach Kyiv übersiedelte, ist Lypky ein Regierungszentrum der Ukraine. Das Parlament der Ukraine hat seinen Sitz in dem nach einem Entwurf des Architektenakademiker Sabolotnyi 1936/39 errichteten Gebäude und dem 1947 dazu gebauten halbkreisförmigen Dienstflügel. Ohne Zweifei, das ist einer der besten Bauten der sowjetischen Periode.

Kernstück des Regierungszentrums ist der Marienpalast (Zaren palast), eine Schöpfung von Rastrelli (1748/52), bekannt durch seine Bauten in St. Petersburg, darunter den Winterpalast. Der Kyiver Residenzpalast wurde auf Geheiß der Kaiserin Jelisaveta für feierliche Zeremonien errichtet.

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Anfang des 19. jh. wurde das Gebäude stark von einem Brand mitgenommen. Das 1868/70 von Architekten Maievskyi anläßlich des Kyiver Besuches von dem Kaiser Alexander II und der Kaiserin Maria Alexandrovna (gerade ihr verdankt der Palast seinen Namen) wiederaufgebaute Gebäude, behielt seinen Rastrelli-Barockstil bei. Der Stadtpalast verband in seinem im Klassizismusstil gehaltenen inneren Komfort mit höchster künstlerischer Gestaltung. 1946/49 hatte der Architekt Alioschin die Restaurierungsarbeiten durchgeführt, um die Beschädigungen nach der Bombenexplosion 1943 zu beseitigen. Die letzten wissenschaftlichen Restaurationarbeiten wurden 1979/81 vom Architekten Ivanenko geleitet. Der Palast ist als Residenz der ukrainischen Regierung für feierliche Empfänge und Zeremonien bestimmt. Zweimai wöchentlich ist er den Besuchern zugänglich.

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In der kleinen gemütlichen Bankova Straße hat das Prasidialamt der Ukraine seinen Sitz. Das 1936/40 nach einem Entwurf von Grigonev für den Stab des Kyiver Sonder-Militärbezirkes erbaute Gebäude mit koryntischem Säulengang beeindruckt durch seine Schlichtkeit und Strenge. Nach dem 2. Weltkrieg bis 1991 hatte hier das ZK der Kommunistischen Partei der Ukraine seinen Sitz.

In Lypky befinden sich auch das Innenministerium, der Oberste Gerichtshof, die Nationalbank der Ukraine und viele andere führende Gremien des Staates sowie auch ausländische Botschaften. Hier wohnen auch Mitglieder der Regierung und Diplomaten. Dank der malerischen Lage, zahlreichen Parkanlagen, reiner Luft, berühmten Museen, Theatern, reizvoller Architektur genießt Lypky den Ruf des vornehmsten Stadtteils Kyivs.

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Chrestschatyk entstand als Hauptmagistrale Kyivs, sein Geschafts, Kultur- und Erholungszentrum auf den Landkarten nur seit den 1830ern. Früher in den alten Zeiten an der Stelle der Hauptstraße lag ein tiefes, dicht bewaldetes, von vielen Schluchten gekreuztes Tal, ein Jagdplatz des Fürsten. Die gekreuzten Straßen führen in die historischen Stadtelle wie Petschersk (die Oberstadt), Podil (die Unterstadt) und in die Altstadt (Stare Misto), und weil hier Mietshäuser, Hotels, große Banken, Büros, Photosalons, Agenturen, Filmtheater, Geschäfte, das Hauptpostamt, Stadtduma, die Adelsversammlung, Börse und Theater sich befanden, förderte das alles die Entwicklung des Chrestschatyk zur Zentralstraße Kyivs. Im zweiten Weltkrieg, 1941 und 1943, wurde ein beträchtlicher Teil der Bauten aus dem 19. und Anfang 20. Jh. fast völlig vernichtet.

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Das heutige Straßenbild prägt das Bauensemble der 1950er, das nach einem einheitlichen Entwurf realisiert wurde. Hier lassen sich viele prächtige architektonische Schmuckstücke entdecken, wo aber bestimmte Auswirkungen des ukrainischen Barockstils bemerkbar sind. Hohe Wohn- und Verwaltungsgebäude sind mit hellen Fliesen, rotem und grauem Granit verkleidet, mit eleganten Frontons, Arabesken, Türmen, Säulen und Skulpturgruppen reich dekoriert. Am Chrestschatik haben auch zahlreiche Ministerien und Behörden ihren Sitz. Verschiedene Kaufhallen, Gaststätten und Cafes bieten vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und laden zum Verweilen ein. Der Hauptplatz Kyivs - der Unabhängigkeitsplatz (Maidan Nesaleshnosti) - ist 2002 in seinem architektonischen Umbau neu entstanden. Der Platz ist weltbekannt als Stadt- und Nationalfeierplatz. Am Feiertag ist der Chrestschatyk für den Transportverkehr gesperrt und so dient die Hauptmagistrale nur zu Erholung und Freischauplatz.

Die Hauptmagistrale der ukrainischen Hauptstadt ist zwar gar nicht lang (nur etwa 1200 m), aber die Anziehungskraft der Straße ist überraschend. 1998/99 wurde die Straße gründlich rekonstruiert, so z. B. wurden neue Plattenböden gemacht, und für einen Besuch des Chrestschatyk allein lohnt sich schon eine Reise nach Kyiv. Und hier wo immer reges Leben pulsiert, ist die romantische Vergangenheit eng mit der Moderne verflochten.


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